Körperschall
Was ist Körperschall?
Körperschall bezeichnet Schwingungen, die sich innerhalb fester Materialien wie Beton, Holz, Stahl oder Mauerwerk ausbreiten. Entsteht eine Erschütterung durch Gehen, eine Maschine oder einen Schlag, wird diese als Schwingung in das Bauteil eingeleitet und über Wände, Decken oder Böden weitergeleitet.
Erst wenn diese Schwingungen an anderer Stelle wieder in die Luft abgegeben werden, entstehen hörbare Geräusche. Deshalb wird Körperschall häufig erst wahrgenommen, obwohl die eigentliche Ursache weit entfernt liegen kann.
Wie entsteht Körperschall?
Körperschall entsteht immer dann, wenn eine mechanische Kraft auf einen festen Körper einwirkt. Schon kleine Erschütterungen reichen aus, damit sich Schwingungen über das Material ausbreiten.
Typische Ursachen sind:
• Schritte auf Treppen oder Fußböden
• Waschmaschinen und Trockner im Schleudergang
• Wärmepumpen und Klimaanlagen
• Heizungs- und Wasserleitungen
• Garagentore und Rolltore
• Fitnessgeräte
• Industriemaschinen
• Aufzüge
Je steifer und härter ein Baustoff ist, desto besser kann er Schwingungen weiterleiten.
Wie breitet sich Körperschall aus?
Anders als Luftschall benötigt Körperschall kein Luftmedium. Die Schwingungen wandern direkt durch feste Bauteile und können über mehrere Räume oder sogar Stockwerke übertragen werden.
Besonders häufig erfolgt die Übertragung über:
• Decken
• Wände
• Bodenplatten
• Stahlträger
• Rohrleitungen
• Holz- und Metallkonstruktionen
Dadurch lässt sich die eigentliche Geräuschquelle oftmals nur schwer lokalisieren.
Unterschied zwischen Körperschall und Luftschall
Obwohl beide Arten von Schall häufig gemeinsam auftreten, unterscheiden sie sich deutlich.
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Körperschall • breitet sich in festen Materialien aus • entsteht durch Erschütterungen • wird über Bauteile übertragen • kann an anderer Stelle wieder als Luftschall hörbar werden |
Luftschall • breitet sich in der Luft aus • entsteht durch Schallwellen in der Luft • wird direkt über die Luft übertragen • wird unmittelbar wahrgenommen |
In vielen Gebäuden geht Körperschall später in Luftschall über. Deshalb erscheinen Geräusche häufig lauter oder stammen scheinbar aus einer anderen Richtung.
Ist Trittschall dasselbe wie Körperschall?
Nein. Trittschall ist eine spezielle Form des Körperschalls. Er entsteht durch das Begehen von Böden oder Treppen und wird über die Gebäudekonstruktion weitergeleitet. Jeder Trittschall ist somit Körperschall – jedoch entsteht nicht jeder Körperschall durch Schritte.
Warum ist Körperschall oft besonders störend?
Da sich Schwingungen über große Entfernungen ausbreiten können, treten Geräusche häufig an ganz anderen Stellen auf als die eigentliche Ursache.
Typische Beispiele:
• Die Waschmaschine im Keller ist im Schlafzimmer hörbar
• Eine Wärmepumpe verursacht Vibrationen im Wohnraum
• Rohrleitungen übertragen Fließgeräusche auf angrenzende Räume
• Fitnessgeräte erzeugen Erschütterungen in darunterliegenden Wohnungen
Gerade in Mehrfamilienhäusern oder Gebäuden mit technischen Anlagen spielt die Körperschalldämmung deshalb eine wichtige Rolle.
Wie lässt sich Körperschall reduzieren?
Eine wirksame Körperschalldämmung verhindert, dass Schwingungen überhaupt in die Gebäudekonstruktion gelangen. Dafür werden schwingungsentkoppelnde Materialien eingesetzt, die Erschütterungen aufnehmen und ihre Weiterleitung deutlich reduzieren.
Je früher die Schallübertragung unterbrochen wird, desto größer ist die Wirkung.
Bewährte Maßnahmen sind:
• Maschinen und Geräte elastisch entkoppeln
• Antivibrationsmatten unter Waschmaschinen oder Wärmepumpen einsetzen
• Rohrleitungen mit geeigneten Halterungen entkoppeln
• Schwimmende Estriche verwenden
• Elastische Zwischenlagen bei Bauteilen einsetzen
• Direkte Materialkontakte vermeiden
Die Wahl der passenden Lösung hängt immer von Gewicht, Schwingungsfrequenz und Einbausituation ab.
Welche Materialien helfen gegen Körperschall?
Für die Körperschalldämmung werden Materialien verwendet, die Schwingungen aufnehmen oder entkoppeln.
Dazu gehören unter anderem:
• Kombinationsprodukt aus Schwerfolie und Akustikschaum (soni COMPOSITE)
• Schwerfolien (soni HEAVY)
• PE-Schaum (soni RESIST)
Welches Material geeignet ist, hängt vom jeweiligen Einsatzbereich und der Belastung ab.
Wo tritt Körperschall im Alltag auf?
Körperschall begegnet uns häufiger als viele vermuten.
Typische Beispiele sind:
• Waschmaschinen
• Wärmepumpen
• Klimageräte
• Lüftungsanlagen
• Fitnessgeräte
• Heimwerker-Maschinen
• Lautsprecher mit starkem Bass
• Garagentorantriebe
• Treppenhäuser
• Aufzüge
Bereits kleine Maßnahmen zur Entkopplung können die Schallübertragung deutlich reduzieren.
Fazit
Körperschall entsteht durch Schwingungen in festen Materialien und kann sich über große Entfernungen innerhalb eines Gebäudes ausbreiten. Dadurch entstehen Geräusche oft weit entfernt von ihrer eigentlichen Ursache.
Mit einer gezielten Körperschallentkopplung lassen sich Vibrationen bereits an ihrem Ursprung reduzieren. Das verbessert den Wohnkomfort, schützt Gebäude vor unerwünschten Schwingungen und sorgt für eine deutlich geringere Geräuschbelastung.
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